Künstler in Berlin Transfer

Titus Schade in der Galerie Eigen und Art

Titus Schade in seinem Atelier Foto: Foto: Sandra Ludewig
Verfasst von Romy

Gerade hat die Ausstellung mit Titus Schade in der Galerie Eigen und Art geendet. Wir wollen mehr über den Künstler erfahren. Deshalb lassen wir ihm von ASK HELMUT einige Fragen stellen: Titus Schade ist einer der spannendsten Künstler der jüngeren Generation der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“. HELMUT hat den gebürtigen Leipziger vor seiner Ausstellungseröffnung in der Berliner Galerie Eigen+Art getroffen um mit ihm über Kunst und sein persönliches Leipzig zu reden.

ASK HELMUT: Könntest du für die Leser, die dich vielleicht noch nicht kennen, kurz sagen, wer du bist, was du machst und wie du dazu gekommen bist?

TITUS: Ich bin Titus Schade und Maler. Ich habe in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Malerei bei Neo Rauch studiert und bei ihm auch meinen Meisterschülerabschluss gemacht. Ich bin bedingt durch mein Elternhaus gewissermaßen mit der Hochschule aufgewachsen, so dass die Art von Malerei, wie sie in meiner Kindheit und Jugend dort am Haus gelehrt wurde, meine Arbeitsweise auch heute noch beeinflusst. Figürliche gegenständliche Ansätze haben mich schon immer am meisten interessiert.

ASK HELMUT: Deine Motive sind hauptsächlich Fachwerkhäuser, Mühlen, Sechziger-Jahre-Bauten, aber auch Wolkenlandschaften, wie du sie auf der Art Cologne gezeigt hast. Woher kommen diese Motive? Hast du eine persönliche Verbindung zu gewissen Bauten, die vielleicht auch tatsächlich in Leipzig stehen?

TITUS: Die Landschaften, die ich male sind teilweise von Leipzig und seiner Umgebung inspiriert. Sie sind z.B. angelehnt an den Lindenauer Hafen im Leipziger Westen. Meine Malerei soll ja eine möglichst in sich geschlossene Welt schaffen, die nicht genau verortbar ist, deswegen handelt es sich nicht um eine eins zu eins Übertragung der Bildgegenstände. Ein altes Foto oder ein vorangegangenes Bild kann schon mal ein Auslöser für ein neues Bild sein, aber ich höre dann lieber noch einmal in mich hinein und rufe Sachen von meiner Erinnerung ab, weil die Dinge dann vielleicht sogar noch viel prägnanter sind.

ASK HELMUT: Dein Atelier – genauso akkurat wie deine Bilder oder totales Chaos?

TITUS: Ich denke, dass ich ein eher kontrollierter Typ bin, kann man möglicherweise an meinen Arbeiten ablesen. Gut, aber der Arbeitsraum sieht dann im Hochbetrieb vor einer Ausstellung natürlich konträr dazu aus. Da ist z.B. dieser immer mächtiger werdende große Klebebandhaufen… Aber zumindest weiß ich stets wo jeder Pinsel liegt, das ist natürlich sehr wichtig (lacht)!

ASK HELMUT: Du bist ja gebürtiger Leipziger – hast du Leipzig überhaupt mal für längere Zeit verlassen? Was hält dich in der Stadt? Was macht sie einzigartig?

TITUS: Ich habe nie länger den Wohnsitz verschoben. Mir gefällt es natürlich auch gut woanders – New York, Chicago, London. Aber richtig wohl fühle ich mich erst, wenn ich dann wieder zurück bin und meinen Arbeitsalltag habe und dabei selbst etwas erschaffen kann. Berlin finde ich auch sehr inspirierend. Es gibt hier auch noch diese maroden Stellen, diese Durchgänge in die Hinterhöfe und es ist hier auch viel Geschichte spürbar. Was aber in Leipzig noch dazu kommt, ist eine gewisse Entschleunigtheit.

ASK HELMUT: Was sind deine Lieblingskunstorte in Leipzig?

TITUS: Es gibt erst einmal das Museum der bildenden Künste mit einer sehr guten Sammlung, das sich jeder, der nach Leipzig kommt, anschauen sollte. Hinzugekommen ist das innenstadtnahe G2, wo der Fokus vor allem auf zeitgenössischer Leipziger Malerei liegt. Der Kunstraum Ortloff ist auch als ein wichtiger Ort zu nennen. Dann gibt es natürlich auf der Spinnerei sehr gute Galerien, die in sich ein sehr wechselseitiges und vielseitiges Programm haben. Dort befindet sich auch die Leipziger Dependance der Galerie Eigen+Art, mit ihren sehr umfangreichen Räumen.

Ein Beitrag von http://blog.askhelmut.com/

Beitragsbild / Foto: Sandra Ludewig

Galerie EIGEN + ART Berlin

Auguststraße 26
10117 Berlin

Über den Autor

Romy

Ich bin freischaffende Künstlerin und bekennende Kunstlebende.

Mein Anliegen ist es, Kunst und Kultur aller Sparten, ganz besonders in meiner Lieblings-Stadt Berlin, zusammen zu bringen und zu fördern. Ich habe Malerei und Grafik studiert und produziere Gemälde und Skulpturen.

Für unseren Blog schreibe und fotografiere ich aus der kunstvollsten Stadt der Welt - aus der Sicht des Künstlers und des Kunstliebhabers.

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